Die Schmerztoleranz variiert stark zwischen Menschen sowie bei derselben Person im Laufe der Zeit.

Eine Abnahme der Schmerztoleranz ist bei Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen zu beobachten.

Säuglinge in den ersten 1 bis 2 Tagen nach der Geburt sind weniger empfindlich gegenüber Schmerzen.

Eine vollständige Verhaltensreaktion auf Schmerzen ist im Alter von 3 bis 12 Monaten erkennbar.

Bei Kindern werden die schmerzleitenden Nerven des zentralen Nervensystems durch 30 Wochen intrauterines Leben vollständig myelinisiert.

Die kortikalen Verbindungen mit dem Thalamus, also die Nerven, die eine Rolle bei der höheren Schmerzwahrnehmung spielen, sind im Alter von 24 Wochen abgeschlossen.

Die absteigenden hemmenden Schmerzkontrolleure sind jedoch im Neugeborenenalter unzureichend.

Dies führt zu der Annahme, dass Neugeborene, insbesondere Frühgeborene, empfindlicher auf Schmerzen reagieren können als ältere Kinder und Erwachsene.

Es gibt keinen einfachen oder wissenschaftlichen Weg zu beurteilen, wie viel Schmerzen ein Neugeborenes empfingen kann.

Kleinkinder können bei Schmerzen sehr ruhig und untätig oder gerade sehr aktiv werden. Die Eltern berichten, dass sie sich nicht so verhalten, wie sie es “normalerweise tun".

Manchmal manifestieren Kleinkinder ihre Schmerzen und die damit einhergehende Angst durch Aggression.

Kinder im Schulalter sind genauer in der Kommunikation über ihre Schmerzen.

Im Alter von 8 Jahren können Kinder die Schmerzstelle sehr zuverlässig beschreiben. Symptomskalen und Selbstberichtstools sind für die meisten Kinder ab 4 Jahren geeignet.

Kinder über 8 Jahre, die den Begriff der Rangordnung oder Nummer verstehen, können eine VAS-Skala verwenden.

Luc Peeters, MSc.Ost.