Osteopathen untersuchen und behandeln Patienten mit Schmerzen.

Wir suchen nach der Struktur, die die Beschwerden verursacht und können den Schmerzgenerator bestimmen (Schaden, Beinahe-Schaden, Entzündung, Infektion, Ischämie).

Wir tun dies durch eine gründliche Anamnese, Beobachtung, Palpation, Provokationstests sowie Mobilitäts- und Differenzierungstests.

Von dort aus können wir zum Beispiel:

• Die Kompression (Schwerkraft) gleichmäßig auf die Gelenke verteilen durch unphysiologische Achsen zu mobilisieren (dehnen).

• Die Retraktion von Kapseln, Faszien und Muskeln dehnen, um die Beweglichkeit der Gelenke um die richtigen (sparsamsten) Achsen wiederherzustellen und so eine Überdehnung oder abnormale Kompression der Weichteile in den Gelenken zu verhindern.

• Gewebe in Triggerpunktbereichen, die Schmerzen erzeugen und verstärken, mobilisieren.

• Die lokale arterielle Durchblutung durch Behandlung der orthosympathische Segmente verbessern.

• Die venöse und lymphatische Drainage von Körperregionen verbessern.

• Das O2/CO2-Gleichgewicht im Blut durch Stärkung der Herzfunktion und durch Erhöhung der Austauschfläche der Lunge bei generalisierter Ischämie optimieren

• Die mechanischen Stressoren in Gelenken und anderen muskuloskelettalen, viszeralen und neurologischen Strukturen durch Manipulation, Mobilisierung, Drainage, Muskeltechniken und Faszienstrecktechniken behandeln.

• Die Dehnung und Ausdehnung der viszeralen Faszien und Organe wegnehmen durch Drainage- und Mobilisierungstechniken.

• Die Körperhaltung (Posturologie) verbessern, um eine Überlastung der verschiedenen Körperstrukturen zu vermeiden.

• Darauf hinweisen, dass Adipositas und Ernährung bei bestimmten Krankheiten eine Rolle spielen können.

• Ratschläge gegen übermäßige Beanspruchung von Gelenken, Bändern und Muskeln geben. Das Gleiche gilt für die Aktivierung von Patienten, um einen sitzenden Lebensstil auszugleichen.

• Das neurovegetative System mit spezifischen Techniken, die auf das sympathische und parasympathische System wirken, in Gleichgewicht bringen.

• Patienten überweisen, wenn wir echte Schäden, Infektionen oder andere Krankheiten vermuten.

• Mit anderen Angehörigen der Gesundheitsberufe, wie z.B. Ärzten, zusammenarbeiten die mehr Wissen über die Diagnose und Behandlung von Krankheiten haben und die richtigen Medikamente vorschreiben können. Wir sind überzeugt, dass Osteopathen eine wichtige Rolle bei der Gesamtbehandlung des Patienten spielen. Diese Rolle kann je nach Problem des Patienten mehr oder weniger wichtig sein.

Denken wir auch daran, einen spezifischen Einfluss auf die Schmerzmechanismen zu haben.

Akute Beschwerden lassen sich am besten lokal und schnell behandeln, so dass sich chronische Prozesse wie Sensibilisierung nicht manifestieren können.

Chronische Patienten, Patienten mit peripherer oder zentraler Sensibilisierung, Patienten mit geschädigten Neuronen in der Peripherie, in den Segmenten und/oder im Gehirn werden durch einen lokalen Ansatz allein nicht unterstützt.

In vielen dieser chronischen Fälle kann schon die Palpation (Berührung), das Schenken von Aufmerksamkeit und die Arbeit an der Sensibilisierung das Schmerzerlebnis verändern.

Das Wegnehmen der Konzentration auf den Schmerzbereich ist wichtig für die Patienten, um an ihren eigenen Schmerzen und Beschwerden zu arbeiten.

Die Erhöhung der Erwartungen kann delikat sein. Sie kann aber trotzdem wichtig sein, weil sie den positiven Placebo-Effekt stimuliert.

Denken Sie daran, dass ein guter oder schlechter Gemütszustand auch Elemente sind, die die Erfahrung von Schmerzen beeinflussen: Streben nach Vergnügen, nicht nach Bestrafung.

All dies bedeutet, dass Osteopathen den Kontext des Schmerzes berücksichtigen müssen.

Dieser individuelle Kontext besteht aus mehreren Faktoren, die mehr oder weniger stark vorhanden sein können:

• Gesundheitliche Komorbiditäten wie Fettleibigkeit oder psychische Probleme.

• Physische Faktoren wie körperliche Leistungsfähigkeit, Muskeltonus und Kraft.

• Soziale Faktoren wie Unterstützung durch Familie oder Freunde, Arbeitsstress, Beziehungsstress.

• Psychologische Faktoren wie Abgrenzungs- oder Vermeidungsverhalten, Überzeugungen.

• Lebensstilfaktoren wie Schlafmangel oder Bewegung.

All dies bedeutet nicht, dass Osteopathen am beliebten Modetrend des Coachings mitmachen sollten. Es bedeutet jedoch, dass wir neben unserer physischen Behandlung auch auf den Kontext des Schmerzes achten müssen.

Veränderung des Kontexts = Veränderung der Schmerzen

Ich denke, das man oben genanntes als ganzheitlichen Ansatz bezeichnen kann.

Luc Peeters, MSc.Ost.