Die Basalganglien sind eine Ansammlung von grauer Substanz (Kernen) im Gehirn.

Diese Kerne liegen um den Thalamus herum und sind miteinander verbunden. Sie können als ein Regulierungssystem betrachtet werden, welches Bewegungen (Planung und Programmierung von Bewegungen - wie groß oder schnell muss die Bewegung sein) sowie Belohnung und Motivation (Wahrnehmung der motorischen Aktivität) steuert. Die Bewegung wird erleichtert, geschmeidiger.

Sie sorgen für sanfte Bewegungen wie:

• Schwenken der Arme beim Gehen.

• Grobe Bewegungen von faszialen Ausdrücken mit Emotionen.

• Bewegungen von Gliedmaßen beim Schwimmen.

• Regulierung der Körperhaltung.

Die Basalganglien sind:

• Nucleus caudatus.

• Putamen.

• Globus pallidus.

• Substantia nigra.

• Subthalamus-Kern.

Sie sind Teil des extra-pyramidal System.

In den folgenden Fällen müssen wir die Dysfunktionen dieser Ganglien berücksichtigen:

• Ruckartige Bewegungen (Chorea), wie z.B. bestimmte Torticollis, die manchmal bei Erwachsenen entstehen.

• „Writhing“: wurmartige Bewegungen, „Twisting“ z. B. bei Athetose.

• Ballismus.

• Rhythmische Bewegungen (Tremor), wie zum Beispiel bei Parkinson (Ruhetremor und Bradykinesie) oder der Huntington-Krankheit.

• Allgemeine Störung des Muskeltonus.

• Ticks (wie in z.B. Tourette).

• ADHS (Problem liegt im frontalen Kortex und in den Basalganglien).

• OCD (Zwangserkrankung).

• Allgemeine Hypertonie der Muskulatur, Steifheit

• Verlängerte Reaktionszeit.

• Schlurfender Gang.

• Körperhaltung in Flexion (statuenartiges Aussehen).

Die Ätiopathogenese dieser Kerne ist:

• Hauptsächlich idiopathisch.

• Degeneration von dopaminergen Neuronen (altersbedingt).

• Virale Enzephalitis.

• Zerebrale Arteriosklerose.

• Drogenmissbrauch.

• Rheumatisches Fieber.

• Manchmal Geburtstrauma.

• Kernicterus.

Die Blutversorgung der Basalganglien erfolgt über drei Arterien:

• Arteria choroidea anterior.

• Arteria cerebralis medialis.

• Arteria cerebralis anterior.

Alle 3 sind Teile des Arteria carotis System.

Die normale Funktion der Kontrollzentren des Gehirns ist abhängig von einer ausreichenden Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen durch ein dichtes Netz von Blutgefäßen.

Die Rate des zerebralen Blutflusses beim Erwachsenen beträgt typischerweise 750 Milliliter pro Minute, was 15% des Herzzeitvolumens entspricht. Die Arterien liefern sauerstoffreiches Blut, Glukose und andere Nährstoffe an das Gehirn, und die Venen transportieren sauerstoffarmes Blut zurück zum Herzen und entfernen Kohlendioxid, Milchsäure und andere Stoffwechselprodukte.

Osteopathische Behandlung:

• Theoretisch ist es möglich, dass, wenn wir eine bessere Durchblutung des Gehirns und ein besseres O2-CO2-Verhältnis im Blut anstreben, dies der Funktion der Basalganglien zugute kommen könnte.

• Es gibt jedoch keinen Beweis und die Wahrscheinlichkeit, dass dies funktionieren könnte, ist sehr gering.

• Auch wenn wir diesen Patienten nicht helfen können, ist es wichtig, dass wir sie überweisen können, wenn wir auf die beschriebenen Symptome stoßen.

Luc Peeters, MSc.Ost.